Theo Kisselbach: Leica-Fachmann und Buchautor

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Theodor (Theo) Kisselbach (1908 – 1984), kaufte seine erste Leica 1928. Und die Leica sollte sein Leben verändern.
Nach Ablegen der Meisterprüfung im Fotografenhandwerk an der Kunstgewerbeschule Frankfurt wurde er 1937 Mitarbeiter der Firma Leitz in Wetzlar. Dort arbeitete er unter deren damaligen Leiter Heinrich Stöckler in der Leicaschule.

1947 wurde die Abteilung Leica-Technik, heute Leica-Akademie, bei der Firma Leitz geschaffen und Theo Kisselbach leitete diese Abteilung bis zu seiner Pensionierung Ende 1971.

Im Buch 50 Jahre Leica M schreibt Günter Osterloh über Theo Kisselbach:

Er war ein Experte der Dunkelkammertechnik und ein exzellenter Fototechniker. Mit seinem Wissen und Können schuf er ein weltweit einmaliges Kompetenzzentrum für die angewandte Kleinbildfotografie.

Widmung von Henri Cartier-Bresson an Theo Kisselbach

Widmung von Henri Cartier-Bresson an Theo Kisselbach, Januar 1958
Copyright © H.-G. Kisselbach

 

Im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit hat Theo Kisselbach mit vielen prominenten Fotografen und Bildreportern zusammengearbeitet. Mit Dr. Paul Wolff, dem Leica-Pionier und dessen Mitarbeiter und späteren Teilhaber Alfred Tritschler, mit Henri Cartier-Bresson, Ernst Haas, Dr. Walter Boje, Professor Stefan Kruckenhauser, Liselotte Strelow, Lothar Rübelt, Emil Schulthess, um nur einige zu nennen.

Zwei Freunde – Theo Kisselbach und Prof. Stefan Kruckenhauser

Zwei Freunde – Theo Kisselbach und Prof. Stefan Kruckenhauser
Copyright © H.-G. Kisselbach

 

Der Erfahrungsaustausch mit Menschen, die mit der Leica arbeiteten, inspirierte Theo Kisselbach auch bei seinen Buchveröffentlichungen. Auf Das kleine Leica-Buch folgte 1955 Das Leica-Buch, ein Jahr später mit Theo M. Scheerer als Koautor der Fotokurs in Farbe, 1960 das Dunkelkammerhandbuch, 1966 Das Leicaflex-Buch, 1969 die Neubearbeitung der Neuen Foto-Schule von H. Windisch und zuletzt die Bücher Leica CL und Die Leica R4.

1975 war er Gründungsmitglied von Leica Historica e.V. in Deutschland. Sein Fachwissen war in Sammlerkreisen immer sehr gefragt und seine Seminare im Hause Friedwart in Wetzlar fanden großen Anklang.

Sein Buch „Barnacks erste Leica“ hat Günter Kisselbach seinem Vater Theo gewidmet.